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Die Magie der Morgenroutine: Dein richtiger Start in den Tag

Im Zeitalter von E-Mail, sozialen Medien und Instant Messaging haben wir uns angewöhnt, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun und das schnell, schneller, am schnellsten. 

Inmitten dieses hektischen Alltags ist es aber wichtig, ruhige Momente zu finden, die unsere Konzentration fördern. Die morgendliche Routine ist ein möglicher Ansatz, wie du deinen Tag in eine positive Richtung lenken kannst. In diesem Artikel beschreiben wir den Einfluss einer Morgenroutine auf das allgemeine Wohlbefinden und geben dir praktische Tipps, die ganz einfach umzusetzen sind.


Was hinter der Routine steckt


 

Steigerung des geistigen und körperlichen Wohlbefindens

Es gibt zahlreiche Belege für den Zusammenhang zwischen einem bewusst gestalteten Morgen und einer verbesserten geistigen und körperlichen Gesundheit (vgl. Lee 2017)¹. “Nein” zur Schlummertaste (vgl. Spall und Xander 2018)², Stretching, ein kurzes Workout oder einfach in sich hineinhorchen und herausfinden, wie das eigene Befinden an diesem Tag ist solche Routinen heben nachweislich die Stimmung, verleihen dir einen Energiekick und sorgen für konzentriertes Arbeiten, den ganzen Tag lang.


Positive Auswirkungen auf die Produktivität

Studien beweisen aber nicht nur, dass sich Morgenroutinen positiv auf unser Wohlbefinden auswirken, sondern auch insgesamt unsere Produktivität steigern (vgl. Shove et al. 2009)³. Zurückführen lässt sich das vor allem auf die bewusste Entscheidung, Zeit für Routinen in seinen Tagesablauf einzuplanen. Ein effizienter Morgen setzt den Maßstab für den ganzen Tag.


Aufbau einer Morgenroutine

 

Auf deine Bedürfnisse abgestimmt

Der Aufbau einer Morgenroutine ist eine individuelle Angelegenheit und richtet sich nach persönlichen Vorlieben und Lebensstil. Besonders wichtig: Überlege dir, was du mit deiner Morgenroutine erreichen möchtest und gestalte sie dementsprechend. Folgende Tipps können dabei behilflich sein: 



  • Klein anfangen
  • Deine Morgenroutine sollte zwar wohlüberlegt, aber überschaubar sein. Um etwas zu einer neuen Gewohnheit werden zu lassen, braucht es nicht nur Engagement, sondern vor allem eine schrittweise Veränderung. Es geht um die Qualität dessen, was du tust, und nicht darum, unrealistische und kurzlebige Ziele zu verfolgen.


  • Essen!
  • Das deutsche Wort “Frühstück” bezeichnete ursprünglich das frühmorgens gegessene Stück Brot (vgl. Pfeifer 2004), während das englische “breakfast”  wörtlich “das Fastenbrechen” (“breaking the fast”) der letzten Nacht, markiert durch die erste Nahrungsaufnahme des Tages (vgl. BDA 2023), bedeutet. Schon diese Benennungen deuten darauf hin, dass jeder Tag mit einer Mahlzeit beginnen sollte. Hierbei spielt die richtige Planung eine wichtige Rolle: Überlege dir, was du wann und wo isst, und bleibe dank eines ausgewogenen Frühstücks den ganzen Tag über produktiv.


  • “Nein” zur Schlummertaste
  • Widerstehe der Versuchung, auf die Schlummertaste zu drücken: Starte deinen Tag nach einer erholsamen Nacht mit einer Aktivität, die dir Freude bereitet. Dadurch “planst” du dir zwar schon frühmorgens einen “Termin”, aber die Zeit, die du dir selbst widmest, fördert die Konzentration. Außerdem kannst du so deinen Tag bewusster gestalten (vgl. Kogan 2014)


  • Kaffee – Eine Tasse Besinnung
  • Kaffee ist aus unserer Gesellschaft kaum noch wegzudenken und gehört zu den am meisten konsumierten Getränken. Eine Tasse Kaffee als Teil deiner Morgenroutine ist eine tolle Möglichkeit, einen Moment der Ruhe für dich zu nutzen. Nicht vergessen: Deine Routine muss nicht kompliziert sein, oft bewirken kleine Dinge schon Wunder.



    Herausforderung angenommen


    Die Herausforderung meistern

    Wir haben nun gelernt, welche positiven Auswirkungen eine Morgenroutine haben kann. Nicht nur das Aufbauen, sondern vor allem das Festhalten an solchen Routinen kann sich aber als echte Herausforderung entpuppen. Diese Tipps helfen dir dabei:


  • Aufstehen!
  • “Nur noch 10 Minuten” im Bett bleiben, nachdem der Wecker geläutet hat ein gefährliches Spiel! Hier gilt es der Versuchung zu widerstehen. Die Morgenroutine beginnt am besten schon vor dem Aufstehen. Experimentiere und stelle deinen Wecker zu einer Zeit, die realistisch für dich ist. Ziel ist, dass du jeden Tag mit einer Aktivität startest, die dir Spaß macht.


  • Dem Scrollen den Kampf ansagen
  • Wer kennt es nicht: Sobald der Wecker ausgeschaltet wurde, wird die App geöffnet und das ziellose Scrollen beginnt. Zeit, mit dieser Gewohnheit zu brechen! Vor allem, da immer mehr Studien darauf hindeuten, dass besonders soziale Medien die Konzentration beeinträchtigen (vgl. Hari 2022) und sich aufgrund ihrer andauernden Verfügbarkeit negativ auf unsere Produktivität auswirken. Mit festgelegten “Social-Media-Zeiten”, die du in deinen Handyeinstellungen bestimmen kannst, nutzt du die sozialen Medien bewusster. 


  • Ab ins Wochenende
  • Es ist Freitagnachmittag und das Wochenende steht vor der Tür neue Routinen beizubehalten kann jetzt umso herausfordernder sein. Damit aber aus neuen Änderungen wirkliche Gewohnheiten werden, solltest du deine Morgenroutine auch am Wochenende durchziehen. Wenn das besonders schwer fällt, kannst du sie anpassen, Hauptsache Struktur und Motivation bleiben erhalten!


    Routinen sind so vielseitig wie das Leben und auch hier gilt: Wunderlösungen gibt es nicht. Veränderung geschieht dann, wenn ein Bedürfnis erkannt wird und man sich die nötige Zeit nimmt, nach der passenden Lösung zu suchen. 

    Nimm dir nicht zu viel vor, bleib konsequent und freu dich über den noch so kleinsten Fortschritt!



    Quellen

    ¹ Lee, Kat (2017) Hello Mornings: How to Build a Grace-Filled, Life-Giving Morning Routine. Nashville: W Publishing Group

    ² Spall, Benjamin and Xander, Michael (2018) My Morning Routine: How Successful People Start Every Day Inspired. London: Penguin

    ³ Shove, Elizabeth, Trentmann, Frank, Wilk, Richard (ed.) (2009) Time, Consumption and Everyday Life: Practice, Materiality and Culture. London: Routledge

    ⁴ The British Dietetic Association (2023) ‘Healthy Breakfast’: https://www.bda.uk.com/resource/healthy-breakfast.html [accessed 19/01/2024]

    ⁵ Kogan, Nataly (2014) ‘5 Scientifically Proven Ways to Be Happier at Work’ (TIME Magazine): https://time.com/3589837/5-scientifically-proven-ways-to-be-happier-at-work/ [accessed 18/01/2024]

    ⁶ Bae, Jae-Hoon, Park, Jae-Hyung, Im, Seung-Soon, Song, Dae-Kyu (2014) ‘Coffee and health’, Integrative Medicine Research, Volume 3 (Issue 4), Pages 189-191.

    ⁷ Hari, Johann (2022) ‘Your attention didn’t collapse. It was stolen’, The Guardianhttps://www.theguardian.com/science/2022/jan/02/attention-span-focus-screens-apps-smartphones-social-media [accessed 19/01/2024]